Wo drückt der Schuh im Stadtgebiet 22?

Die Wohnproblematik

Aktuelle Meldungen: * Im Agenturbezirk München waren im Juli 2019 laut Rathaus-Umschau 34.245 Personen arbeitslos gemeldet, dies entspricht einer Arbeitslosenquote (alle Erwerbspersonen) von 3,2 Prozent.

  • Die Prognosen sagen, dass nach München bis 2035 weitere 300.000 Bürger zuziehen werden. Dies bedeutet, dass etwa jährlich 20.000 neue Bürger auch ein Dach über dem Kopf benötigen und auch einen Arbeitsplatz.

Was ist deshalb notwendig? Die Stadt versucht durch Nachverdichtungen und vielen Neubauten dem Druck zu begegnen. Das Problem der Stadt: München hat keine eigenen Flächen außerhalb der vorhandenen Stadtgrenze im Gegensatz z. B. zum Land Berlin oder Hamburg. Derzeit versucht die Stadt weitere Neubaugebiete im Norden und Nordosten durch eine SEM (städtische Entwicklungs-Maßnahme) neue Wohnbaugebiete für die Zukunft vorzubereiten. Dass dies nicht bei jedem betroffenen Eigentümer auf Gegenliebe stößt, versteht sich von selbst. Wer gibt schon gerne sein Grundstück ab, selbst wenn er dadurch im Rahmen der sozial-gerechten Bodennutzung (SOBON) eine erhebliche Wertsteigerung erfährt und ausgezahlt erhält. Nur durch einen Stadtratsbeschluss kann so ein Grün- oder Ackerland Bauland werden. Von der damit verbundenen Wertsteigerung erhält der Verkäufer einen sehr großen Anteil, denn die Stadt zieht nur die entstehenden Kosten für die dann notwenig gewordene Infrastruktur (Strom- und Wasserversorgung, Straßenbau, Schulen und Kitas) ab. Zugegeben schwierig wird die Situation für Landwirte, da mit dem Verkauf der Ackerflächen deren Existenz bedroht sein kann. Deshalb muss mit den einzelnen Eigentümern geprochen und nach Problemlösungen gesucht werden. Dabei ist es keineswegs hilfreich die betroffenen Eigentümer gegen die Stadt aufzuhetzen. Dies macht aktuell die CSU in diesen beiden Bereichen.

Die Stadt verkauft keine Grundstücke mehr für Wohnungsbau, sondern vergibt die Grundstücke dann auf Erbbaurechtsbasis. Die Stadt versucht sehr viel Wohnungsbau über die stadteigenen beiden Wohnungsbauunternehmen GWG und GEWOFAG zu realisieren. damit werden preisgünstige Wohnungen errichtet um den überhitzten Immobilienmarkt zu bremsen. Ferner fördert die Stadt günstigen Wohnungsbau durch Grundstücksvergabe an Wohnungsbau-Genossenschaften. Die Stadt hat eine Mietpreisdeckelung für die stadteigenen Flächen beschlossen.

Dass mit den vielen neuen Wohnungen auch deutlich mehr Verkehr auf die Stadt zukommt, versteht sich von selbst. Dafür gute Lösungen zu finden wird nicht einfach. Auch deutlich mehr Radverkehr und andere Fahrzeuge werden das große Verkehrsproblem nicht wirklich lösen helfen, denn spätestens bei Regen, Schnee und Eis auf den Fahrbahnen wird der größere Teil der Radfahrer dann wieder auf das Auto umsteigen. Um da zu helfen muss ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver werden z. B. durch niedrigere Ticketpreise. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn möglichst bald mehr Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen zur Verfügung stehen.

Uns ist der Wohnungsbau wichtiger als der Straßenverkehr, denn ein Dach über dem Kopf ist ein Menschenrecht. Die Stadt ist verpflichtet jedem Bürger eine Unterkunft innerhalb von 24 Stunden zur Verfügung zu stellen, wenn dieser Bürger obdachlos geworden ist. Deshalb ist es für uns ziemlich unverständlich, dass z. B. die Grünen versuchen den 2. Rahmenabschnitt Freiham Nord wegen den noch ungelösten Verkehrsproblemen zu verhindern. Natürlich wollen auch wir das künftige mögliche Verkehrsproblem lösen.