Geschichte

Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!

Sie ist der Stolz der Aubinger SPD - Die Fahne vom Juni 1983

So steht es auf der Fahne der Aubinger SPD, die am 17. Juni 1983 im Neuaubinger Bierstüberl feierlich enthüllt wurde.

Viele Aubinger Vereine waren mit ihren Fahnenabordnungen gekommen. Auch einige SPD-Ortsvereine hatten ihre Traditionsfahnen mitgebracht. Dass es nicht mehr SPD-Fahnen waren, liegt in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie begründet und in der politischen Geschichte Deutschlands. Früher hatte es einmal mehr rote Fahnen gegeben, doch die meisten haben die Nazi-Diktatur nicht überstanden.

Entstehung des Ortsvereins und Entwicklung bis etwa 1996

Anfänge der Arbeiterbewegung

Aubing ist eine der ältesten bajuwarischen Siedlungen südlich der Donau und wurde 1808 eine selbstverwaltete Landgemeinde. Zu dieser Zeit war Aubing mit etwa 600 Einwohnern eines der größten Dörfer zwischen München und Augsburg. Es vergingen noch Jahrzehnte, bis die neue Zeit in Gestalt der Eisenbahn nach Aubing kam. 1839 führte die erste Privatbahn von München über Pasing nach Lochhausen (und später dann nach Maisach und Augsburg) über Aubinger Gemeindegebiet. Das war nur der Anfang. Die Eisenbahn nahm später noch wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Landgemeinde Aubing zum Großstadtbezirk, wie wir noch sehen werden.

Josef Götschel
Josef Götschel

1863 wurde der Allgemeine deutsche Arbeiterverein von Ferdinand Lasalle gegründet. Dies gilt allgemein als das Gründungsdatum der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Das Erfurter Programm von 1891 beschreibt unter anderem folgende Ziele und Forderungen der Partei:

  • Ein Arbeitstag soll höchstens acht Stunden dauern.

  • Erwerbsarbeit für Kinder unter 14 Jahren soll verboten sein.

  • Keine Nachtarbeit, wenn sie nicht aus technischen Gründen oder aus Gründen der öffentlichen Wohlfahrt unvermeidlich ist.

  • Jeder Arbeiter soll pro Woche eine zusammenhängende Ruhepause von mindestens 36 Stunden haben.

  • Alle Gesetze, die Frauen in öffentlichen und privatrechtlichen Beziehungen gegenüber Männern benachteiligen, sollen abgeschafft werden.

Mit diesen Forderungen waren die Sozialdemokraten noch für Jahre der Realität weit voraus, und die Arbeit an der völligen Gleichstellung der Frauen reicht bis in unsere Gegenwart.

Die zweite Eisenbahnlinie auf Aubinger Gebiet, die Staatsbahn nach Landsberg, brachte Aubing 1873 eine eigene Bahnstation und noch mehr. Viele Bauernsöhne fanden beim Bahnbau Arbeit und lernten dabei auch die Gedanken und Ziele der Arbeiterbewegung kennen. 1874 erhielten die Sozialdemokraten bei Reichstagswahlen in Aubing bereits 6,8 % der Stimmen. Und 1893 zogen die ersten fünf sozialdemokratischen Abgeordneten in den bayrischen Landtag, unter ihnen Georg von Vollmar aus München, der Stammvater der bayrischen Sozialdemokratie.

Trotz des Bismarckschen Verbots der Partei von 1878 bis 1890 hielt der Zulauf zur Sozialdemokratie nicht nur an sondern wurde stetig stärker. 1890 erhielt die SPD bei Reichstagswahlen bereits 19,7 %. Einigkeit macht stark. Zusammengehalten wurden die Sozialdemokraten in den Jahren, als das Sozialistengesetz das Auftreten als politische Partei unmöglich machte, durch ein Geflecht von Vereinen: vom Sportverein bis zum Gesangsverein, vom Arbeiterinnenbildungsverein (!) bis zum Arbeitersparverein. Dieses vielfältige und weitverzweigte Vereinsleben hat sich später von der nationalsozialistischen Unterdrückung nie wieder ganz erholt; durch die gewaltigen Veränderungen der Gesellschaft und des Freizeitverhaltens nach dem Krieg kam es fast zum Erliegen.

Um die Jahrhundertwende schritt die Industrialisierung Aubings fort. 1895 wurde die Chemische Fabrik errichtet und 1903 bis 1906 die Staatsbahn nach Herrsching. Das war die Geburt Neuaubings, denn in der Gemarkung Brunham baute die Bahn die Zentralwerkstätte, das Ausbesserungswerk Aubing, und daneben (heute Papinstraße) die Eisenbahnerkolonie. Zu dieser Zeit hatte Aubing bereits 1600 Einwohner.

Aubinger Sozialdemokraten wurden erstmals 1908 aktenkundig. Im Organisationsbericht für den südbayrischen Bezirksparteitag wird die Ortsorganisation Pasing mit den Vorortsektionen Großhadern, Allach, Aubing, Krailling, Gauting und Einzelmitgliedern in Gräfelfing, Lochham, Menzing und Lochhausen aufgeführt. Die Ortsorganisation Pasing war 1894 zunächst als sozialdemokratischer Wahlverein gegründet worden und wurde 1899 fester Bestandteil der SPD. In Aubing mögen damals etwa 10 bis 15 eingetragene Sozialdemokraten gelebt haben.

Die Einwohnerzahl hatte sich in nur zwei Jahren um 1000 auf 2600 Einwohner erhöht. Aubing veränderte sich immer mehr. Die Baugenossenschaft Neuaubing errichtete die ersten Wohnblöcke an der Lochhamer Straße (heute Limesstraße) und das Neuaubinger Bierstüberl (dann Wienerwald, heute Schnitzl- und Hendlhaus), das für viele Jahre das Versammlungslokal der Aubinger SPD war. Die Internationale Schlafwagengesellschaft und Dornier kommen nach Brunham, viele weitere Betriebe folgten.

Bei der ersten Kommunalwahl in Bayern am 6. Juni 1919 sind drei der vierzehn Gemeinderäte Sozialdemokraten: Josef Götschel, Karl Lang und Martin Gerold. Zwei Gemeinderäte gehören den Unabhängigen Sozialisten an, einer Abspaltung der SPD, die sich 1922 wieder mit den Mehrheitssozialisten vereinte. Die Neuaubinger Unabhängigen wechselten danach zur KPD.

Gründung des SPD Ortsvereins Aubing/Neuaubing

Am 3. März 1921 fühlten sich die Aubinger Genossen stark genug, einen eigenen Ortsverband der SPD zu bilden. Die Gründungsversammlung wurde von dem Pasinger Stadtrat Hans Nimmerfall in die Wege geleitet, der von 1912 bis 1918 bereits Landtagsabgeordneter für Pasing und Umgebung gewesen war. Etwa 30 Genossen fanden sich im Neuaubinger Bahnhofstüberl (Bei Adam) ein. Hauptredner war der Professor für Volkswirtschaft und frühere Landtagsabgeordnete Carl Landauer (nicht zu verwechseln mit dem Schriftsteller Gustav Landauer), ein langjähriger Freund des mehrmaligen bayrischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Wilhelm Högner.

An diesem Gründungsabend wurde der Gemeinderat Josef Götschel zum Ersten Vorsitzenden gewählt, zum Stellvertreter Fritz Badenberg, der gleichzeitig auch Kassier der Eisenbahnerbaugenossenschaft war, zum Kassier Hermann Stürner.

Hermann Stürner Hans Mutzbauer
Hermann Stürner und Hans Mutzbauer

1921 war ein Gründerjahr. Fritz Badenberg und Josef Götschel gründeten die "Freie Turnerschaft Aubing/Neuaubing", die sich nach ihrer Wiedergründung 1945 mit den Resten der Reichsbahnersportgemeinschaft zum heute drittgrößten Sportverein Münchens, dem "ESV Sportfreunde München-Neuaubing" vereinigte. Die Genossen Winzinger und Johann Eichhorn gründeten den "Arbeiterradfahrbund Solidarität", genannt "Die Roten Radler".

Es war eine politisch sehr bewegte und auch mörderische Zeit. Der Unabhängige Sozialist und Landtagsabgeordnete Gareis wurde am 9. Juni 1921 ermordet. Die Arbeiterorganisationen und Gewerkschaften Münchens und Umgebung riefen zum Generalstreik auf, der wie überall auch in Pasing und Neuaubing befolgt wurde. Die Empörung in der Bevölkerung war groß, Zündstoff für Aufruhr vorhanden. Trotzdem verliefen alle Aktionen friedlich. Die sozialdemokratische Tageszeitung "Münchner Post" schreibt anläßlich einer Großdemonstration lobend: "Die Pasinger und Neuaubinger Arbeiterschaft bot ein Muster der Disziplin organisierter Arbeiter". Am 27. August desselben Jahres wurde der Reichsfinanzminister Mathias Erzberger ermordet, am 24. Juni 1922 der Reichsaußenminister Walter Rathenau im offenen Wagen erschossen. Hitler verklagte Ende 1921 zu Unrecht aber vor Gericht erfolgreich die "Münchner Post" wegen Verleumdung, weil sie ein Flugblatt abgedruckt hatte, das aus den eigenen Reihen der NSDAP stammte und vor einer Diktatur Hitlers warnte. Ein Bombenattentat auf die Redaktionsräume der "Münchner Post" schlug Mitte 1922 zum Glück fehl. Die Gerichte verfuhren allgemein recht nachsichtig mit den Attentätern, solange sie sich deutschnational darstellten.

1924 trauerte die Aubinger SPD um ihren Ersten Vorsitzenden. Josef Götschel stirbt überraschend an den Folgen eines Schlaganfalls. Das war für die Aubinger Sozialdemokratie ein schwerer Verlust. Götschel ist ein Beispiel für das Bildungs- und Aufstiegsbewußtsein der modernen Arbeiterschaft. Er hatte sich vom einfachen Arbeiter zum Meister emporgearbeitet, ein Weg, der vormals Arbeitern versperrt war. Zum Nachfolger Götschels wurde der Vorsitzende der "Freien Turnerschaft" Hans Mutzbauer gewählt, ihm folgte 1933 kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten Anton Gerbel.

Widerstand gegen die Nationalsozialisten

Zum Schutz ihrer öffentlichen Veranstaltungen gründete die Aubinger SPD zusammen mit den Arbeitervereinen Aubings 1927 das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", 1932 folgte dann die Bildung der "Eisernen Front", mit der die Sozialdemokraten dem Ansturm der Nazis standzuhalten versuchten.

Josef Eglauer
Josef Eglauer

Wie wir wissen, war es vergebens. 1933 wurden die sozialdemokratischen Gemeinderäte im Zuge des Gleichschaltungsgesetzes nicht mehr zu den Gemeinderatssitzungen eingeladen. Am 22. April löste sich die Aubinger SPD auf; sie hatte damals etwa 50 Mitglieder. Die Unterlagen wurden vorsorglich verbrannt, so dass es aus den folgenden zwölf Jahren keine schriftlichen Zeugnisse gibt. Die vier Arbeitervereine Aubings lösten sich ebenfalls auf und gaben ihre Unterlagen bei den Behörden ab; sie lagern nun im Stadtarchiv.

Im Laufe der Monate nach der Machtergreifung wurden die Gemeinderäte Gustav Helmrich, Josef Lang, Martin Gerold, Josef Förster und Josef Eglauer von den Nazis verhaftet, verhört und mißhandelt. Doch es gab dennoch Widerstand in Aubing. Bis in den Sommer 1935 versuchten der Eisenbahnarbeiter Franz Faltner und der Schlafwagenkellner Josef Lampersberger jun. eine Widerstandsorganisation aufzubauen. Lampersberger hatte Gelegenheit, mit internationalen Zügen nach Prag zu fahren und dort Informationsmaterial des Parteivorstands im Exil entgegenzunehmen. Dieses Material verteilte er in der Heimat an einen ausgewählten Kreis von 35 Genossinnen und Genossen. Er wurde denunziert. Faltner, der Vorsitzende der Organisation wurde 1935 verhaftet und nach mehrjähriger Untersuchungshaft zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Weitere Mitglieder dieser Widerstandsorganisation waren Gustav Körner von der "Freien Turnerschaft Aubing/Neuaubing" und Hermann Paufler aus Allach. Um diese Zeit hatte Aubing 5800 Einwohner.

1942 war es dann vorbei mit der selbständigen Landgemeinde; Aubing wurde mit 10 000 Einwohnern zwangsweise nach München eingemeindet, gleichzeitig mit einer Reihe weiterer Umlandgemeinden. Die "Hauptstadt der Bewegung" sollte zu einer Metropole werden und ein Gegengewicht zu Wien und Berlin bilden. Außerdem sollte die Eingemeindung die gigantischen Umbaumaßnahmen erleichtern, die gleich nach dem gewonnenen Krieg in Angriff genommen werden sollten. Es kam dann ganz anders.

Neubeginn nach dem Krieg

1945 ist das Jahr der Wiedergründungen. Josef Baldauf und Josef Dandl, die ersten Aubinger SPD-Vorsitzenden nach dem Krieg, konnten etwa 35 Genossen in der Wirtschaft "Gifthütte" (Strahlenfelserstraße, Ecke Bodenseestraße) um sich sammeln. Ihnen folgte ein gewisser Schumann und später der Vorsitzende des Aubinger Aktionsausschusses, Georg Granninger. Der Aktionsausschuss war der Vorläufer des Bezirksausschusses. Im Jahr 1951 übernahm der letzte Gemeinderat Aubings, Gustav Helmrich, den Vorsitz, den er 1962 an Engelbert Kräbl übergab. Der Vorsitzende der Betriebsgruppe der SPD im Ausbesserungswerk, Jakob Welk, war Vorsitzender des Ortsvereins bis 1964.

Vom Kriegsende bis 1956 gibt es keinerlei schriftliche Unterlagen des Ortsvereins. Sie sind verloren oder verstauben unerkannt auf einem Dachboden. Die Entwicklung des Ortsvereins ließ sich nur aus mündlichen Zeugnissen rekonstruieren. Seit 1956 läßt sich die Entwicklung des Ortsvereins anhand der Versammlungsprotokolle verfolgen. Damals hatte der Ortsverein bereits 46 Mitglieder, davon waren drei Frauen.

Aufschwung und Weiterentwicklung

In den 60er Jahren wurden die beiden Großwohnsiedlungen am Westkreuz und in Neuaubing-West errichtet. Beide gehen auf Initiative des damaligen Münchner Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel zurück. Aubing erlebte in dieser Zeit einen weiteren Bevölkerungsschub und stieg von 13 000 auf 27 000 Einwohner an. 1964 bis 1968 war Helmut Pfundstein, der damalige persönliche Referent Vogels (später jedoch CSU-Stadtrat), Erster Vorsitzender, danach wechseln sich in kurzer Folge Franz Sicklinger, Herbert Liedl und Armin Kutz ab.

In den frühen 70er Jahren wuchs die Mitgliederzahl recht rasch auf über 200 an. Der Grund lag zum einen in dem enormen Bevölkerungszuwachs, doch auch das Mißtrauensvotum gegen Willy Brandt hatte viele bewogen, die SPD nicht nur zu wählen sondern auch als Mitglied zu unterstützen.

In dieser Phase zog 1971 auch der langjährige Vorsitzende Peter Malter nach Aubing, der dem Ortsverein von 1974 bis 1994 vorstand, so lange wie noch kein Vorsitzender vor ihm. Er war auch 16 Jahre lang Mitglied des Bezirksausschusses und von 1990 bis 1996 dessen Vorsitzender. In all diesen Jahren beschränkte er sein Wirken nicht auf die SPD, denn Politik findet überall statt, nicht nur in den Parteien. Das hatten die Studentenbewegung und die APO (Außerparlamentarische Opposition) deutlich vor Augen geführt. Er nahm auch an dem in Aubing gut entwickelten und lebendigen Vereinsleben teil, ab 1990 war er Vorsitzender des "Siedler- und Eigenheimervereins Neuaubing und Umgebung". Er ist Mitbegründer des "Aubinger Archivs", das seit 1993 Materialien zur Geschichte Aubings sammelt.

In den 70er Jahren veränderte sich das Aufgabengebiet und das Selbstverständnis des Ortsvereins entsprechend der sich wandelnden Erwartungen der Mitglieder und Wähler. Standen noch in den ersten Jahren nach dem Krieg die politische Information und die allgemeine Meinungsbildung im Mittelpunkt der Ortsvereinsarbeit, so richtete sich nun auch unter dem Einfluß der wie Pilze aus dem Boden schießenden Bürgerinitiativen die Arbeit gezielt auf Brennpunkte des Stadtteils und der Bürgerinteressen.

Die Form der politischen Arbeit wandelte sich. Plakate und öffentliche Kundgebungen genügten nicht mehr. Die SPD veranstaltete Sommerfeste im Freien oder Radldemos. 1983 lud sie zu einem Adventsabend für Aubinger Senioren mit Stubnmusi und Tannenduft in den Wienerwaldsaal ein. Außerdem gab es einen kleinen Basar mit Handarbeiten, die Genossinnen angefertigt und zum Verkauf gestiftet hatten. Der Basar war ein Erfolg, und so entstand der Gedanke, es mit einem Weihnachtsmarkt auf dem Gößweinsteinplatz zu versuchen, der bereits durch mehrere SPD-Sommerfeste aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und als "Roter Platz" von Aubing bekannt geworden war. Die Genossen bauten kleine Holzbuden, die Genossinnen strickten und kochten Punsch, ein Weihnachtsbaum wurde mit Lichtern geschmückt und auf dem "Roten Platz" aufgestellt, und der "Kleine Aubinger Weihnachtsmarkt" erlebte 1984 mit Unterstützung der anliegenden Geschäftsleute seine Premiere. Von Anfang an hatten sich auch andere Aubinger Organisationen wie zum Beispiel das "Mütterzentrum" und einzelne Aubinger Bürger an dem Markt beteiligt. Der Weihnachtsmarkt erfreute sich seitdem wachsender Beteiligung und Beliebtheit. Der Gewinn wurde einem gemeinnützigen Zweck gestiftet.

Auf Anregung von Peter Malter begann der Ortsverein 1975, seine Geschichte zu erforschen. Damals lebten noch einige der Genossen, die die Gründungszeit miterlebt hatten, und gaben nicht nur Hinweise auf den Zeitraum, in dem man forschen musste, sondern hatten auch viel zu erzählen. Voll Freude darüber, daß die Forschungen zum Erfolg geführt hatten und das Datum der Gründungsversammlung ermittelt werden konnte, feierte der Ortsverein 1976 sein 55jähriges Bestehen mit einem mehrtägigen Sommerfest. 1981 gab es dann ein richtig rundes Jubiläum zu feiern, und der Ortsverein konnte sogar Hans-Jochen Vogel, der damals Regierender Bürgermeister von Berlin war, für den Festvortrag gewinnen.

Zu dieser 60-Jahr-Feier kamen einige Ortsvereine mit ihren ehrwürdigen alten Fahnen, und die älteren Mitglieder erinnerten daran, daß Fahnen zur Tradition der Arbeiterbewegung gehört hatten. So entstand der Wunsch nach einer eigenen Fahne, und die Genossen erwiesen sich als recht spendenfreudig. So konnte der Ortsverein schon bald eine Fahne in Auftrag geben. Es ist die erste Fahne seit der Weimarer Zeit, die für einen Münchner SPD-Ortsverein angefertigt wurde. Der Ortsverein will mit der Fahne an alte Traditionen anknüpfen und einen Beitrag zum vielfältigen Vereinsleben in Aubing leisten.

Ab 1993 veranstaltete die Aubinger SPD alljährlich ebenfalls am Gößweinsteinplatz im Biergarten der "Aubinger Einkehr" einen politischen Jazzfrühschoppen.

Ab 1994 übernahm die aus Franken zugezogene Gabriele Sörgel den Vorsitz im Ortsverein. Sie war ab 1996 Fraktionssprecherin der SPD im neu festgelegten Bezirksausschss 22 und am Mitte 1996 auch stellv. Vorsitzende der Münchner SPD

Die Stadtviertel des 22. Stadtbezirks

Aubing - Lochhausen - Langwied - Freiham sind die traditionsreichen Ortsnamen des 22. Stadtbezirkes, der mit ca. 3400 ha der flächenmäßig größte Münchner Stadtbezirk ist und im Westen der Stadt an die Landkreise München, Dachau und Fürstenfeldbruck grenzt. Mit dem Bau der Eisenbahn (1903) nach Herrsching begann Neuaubing zu wachsen. Das Westkreuz und Neuaubing West sind erst viel später entstanden.

Bedingt durch seine unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen zeichnet sich der Stadtbezirk durch seine Vielfältigkeit aus. Im Stadtbezirk gibt es vier Dorfkerne mit einer eigenen geschichtlichen Vergangenheit, sowie Neubausiedlungen die teilweise noch vor dem 2. Weltkrieg, aber vor allem in den 60er und 70er Jahren entstanden sind. Außerdem besitzt der Stadtbezirk große Wald- und Grünflächen mit zahlreichen Biotopen und Landschaftsschutzgebieten.

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